Über HaReuTec

Wie fing alles an? Eigentlich ganz klassisch! Schon von klein an hatte alles was Räder hatte – ob mit oder ohne Motor – schon seinen Reiz. Mit 14, also noch vor dem 15. Geburtstag, stand dann das erste motorisierte Zweirad in der Garage – ein Zündapp-Mofa. Und jetzt ging es los, während gleichaltrige abends feiern gingen, um am nächsten Tag mit dickem Kopf im Bett zu bleiben, hat es mich eher in die Garage gezogen, um „das Moped“ schneller, besser und schöner zu machen – da man am nächsten Morgen keinen dicken Kopf hatte, konnte man die Optimierungen auch gleich testen. Mit 16 kam dann die drastische Steigerung in Form einer 125er Husqvarna Supermoto (damals noch gefertigt bei MV Agusta), wo das gleiche Spiel von vorne begann – jeder mühsam verdiente Cent wurde in Benzin, Reifen, Tuning und Zubehör investiert. Obwohl mit 18 der Motorrad-Führerschein direkt mit gemacht wurde, blieb ich der Husky insgesamt 4 Jahre und etwas mehr als 36.000km Schönwetter-Kilometer treu. Dann folgte die erste „Große“. Und mit dem großen Moped und da dank abgeschlossener Lehre etwas mehr Geld im Portemonaie war, wurden dann auch die Ansprüche und Wünsche an Teile & Zubehör größer sowie die Umbauten umfangreicher – denn nicht nur das Fahren, auch das Schrauben ist etwas, das ich nicht missen möchte. Der eine sagt zu sowas Leidenschaft, manch anderer tendiert hier schon eher zum „leicht bekloppt“.

Aber genau hier fing das Problem an: Der anfänglich kompetent wirkende Motorradhändler, wo das Motorrad her war, zeigte keinerlei Interesse einem speziellere Teile zu besorgen und glänzte leider auch nicht wirklich mit Kompetenz, wenn es um Umbauten ging. Die Filialisten beschäftigen zunehmend Aushilfen, die mit Motorrad eigentlich überhaupt nichts am Hut hatten, sich dementsprechend auch nicht damit auskennen und die Onlineshops wurden gefühlt zum größten Teil von Personen geleitet, die vielleicht ein Motorrad in der Garage stehen haben, aber am liebsten sogar zum Tanken in die Werkstatt fahren würden. Da der größte Teil nebenbei noch zig andere Shops betreibt, die keinerlei technischen Bezug aufweisen, könnte man sie auch als „Warenverteiler“ bezeichnen.

Als dann der Motorradhändler beim nächsten Reifenwechsel die erst kürzlich schön lackierten Felgen von meinem Vater zerkratzt hat, was mit einem „das geht bei so Felgen nicht anders“ abgetan wurde, ging auf einmal alles ganz schnell.

Als Kind des Handwerk/Einzelhandels in 4. Generation und mittlerweile über 90 Jahre Erfahrung, war schon in ganz jungem Alter klar, dass ein „geht nicht anders“ nur eine Aussage von denen ist die nicht können oder schlichtweg nicht wollen. Nach kurzer Recherche wurde ein mobiles, handbetriebenes Reifen-Montagegerät und ein einfacher Wuchtbock gekauft. Die nächsten Reifen wurden beim verdutzt guckenden Motorradhändler nur abgeholt und selber montiert – oh´ Wunder, ohne Kratzer. Wie es in kleinen Orten so üblich ist, spricht sich sowas schnell herum und kurz drauf kamen mehrere Bekannte die sich in der Vergangenheit genau wie wir über die „Profis“ geärgert hatten und wollten sich auch ihre Reifen montieren lassen. Da diese „Gefallen“ mit der Zeit ein Maß angenommen haben, wo man nicht mehr umsonst arbeiten darf und auch vermehrt die Frage kam, ob nicht auch die Reifen besorgt werden können, wurde im Sommer 2007 abends in einer geselligen Runde mit ein paar Hopfen-Kaltgetränken entschlossen, das Ganze anzumelden. Gesagt, getan.

Am nächsten Werktag ging es zur Verwaltung und nach Zahlung der Verwaltungsgebühr war das Kleingewerbe „Zwei- und Vierradtechnik & Zubehör Inhaber Hardy Reuschenbach “ (das „Vierradtechnik“ musste mangels Auswahlmöglichkeit mit in die Gewerbebeschreibung) amtlich. Nach Besuch diverser Lehrgänge wurde sich erst einmal um einen zuverlässigen Reifen-Großhändler gekümmert – und nach und nach, wie andere Teile angefragt wurden, ging es dann auch auf die Suche nach Lieferanten dafür. So einfach wie es sich anhört, war es allerdings nicht. Viele der Lieferanten und Hersteller waren dann doch wegen des noch sehr jungen Chefs und der erst kürzlichen Betriebsgründung kritisch und haben die Zusammenarbeit verweigert. Glücklicherweise kamen bald die ersten Fachhandels-Messen wo man die Leute am Stand von seiner Leidenschaft für Motorräder überzeugen konnte. Zeitgleich war es möglich die Produkte live zu sehen. Was soll man sagen? Vieles was eigentlich interessant war, hat dann doch nicht überzeugt, anderes was man gar nicht kannte. hat einen direkt begeistert.

Mit dem jetzt schon recht ansehnlichen Sortiment wurden die ersten Online-Gehversuche im SV-Forum (meine erste Große war eine SV650S) gemacht. Nach Freischaltung als Händler konnte es losgehen. Da man sich hier wie es scheint nicht ganz dumm angestellt hat, wurden ein paar Mitglieder des alten GSR-Forum´s darauf aufmerksam – so kam es noch innerhalb des ersten Jahres zur offiziellen Einladung. Hier war schon klar, dass das mit dem Kleingewerbe nicht mehr hinhaut. Zum einen war es schwierig bei Herstellern im Umland einzukaufen und auch mit dem Umsatz würde es nicht lange mehr gut gehen, also wurde hier nachgelegt.

Jetzt konnte es richtig losgehen, denn jetzt hatte man das was man wollte – direkten Kontakt zu den Herstellern mit kompetenten Ansprechpartnern und viele Möglichkeiten sich weiter mit der Materie auseinanderzusetzen um Erfahrungen zu sammeln die man sonst nie gehabt hätte,, wodurch man auch ganz anders beraten kann wie die angangs erwähnten Warenverteiler.

Nach zwei weiteren Jahren kam dann die erste, vollkommen statische Webseite, wenig später wurde ein Konto bei einem der größten Auktions-Plattformen eröffnet. Die Verkäufe waren von Beginn an überraschend positiv, allerdings ist diese Art des „Waren an den Mann bzw. die Frau bringen“ nicht das, was sich jemand, der im Einzelhandel/Handwerk groß geworden ist, vorstellt. Nach gut 3 Jahren wurde das Konto, trotz ausschließlich positiver Resonanz, wieder gelöscht. Es war zwar eine Erfahrung, die man gemacht haben sollte, aber das was man selber gut bzw. positiv findet, sieht eben anders aus. Genau zu der Zeit kam dann eine neue Webseite, wo man selber auch mal ein Angebot oder ein paar Sonderposten veröffentlichen konnten.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2020. Einige der Firmen, die einen damals nicht beliefern wollten, gibt es schon nicht mehr – andere haben sich irgendwann von alleine gemeldet und ihre Produkte angeboten. Wieder andere Lieferanten haben wir rausgeworfen, weil uns Qualität und Service nicht mehr gefallen haben. Wiederum wurden auch andere mit ins Sortiment aufgenommen, die einen überzeugt haben.

Außerdem arbeiten wir gerade wieder an einer neuen Webseite, die jetzt dann einige Funktionen mehr hat, die wir selber nutzen können. Damit soll ein höherer Informationsgehalt erreicht werden.

Es hat sich also schon viel getan in der Zeit, aber eins wird immer bleiben: Hier gibt es immer beste Qualität und Service zu fairen Preisen > Von Bikern, für Biker!